Im Schnellzug and die Jukola

Wer hätte das gedacht, ein Schweizer Klub an der Jukola, dem weltweit grössten OL-Staffelevent, auf dem 2. Platz!!! Leider hatte meine Homepage ein technisches Problem, deshalb konnte ich den Bericht erst jetzt online stellen...

Ein Klub mit "chübuwiis", Zitat D. Hadorn, Herzblut, Enthusiasmus und einem unglaublichen Zusammenhalt, das beschreibt ungefähr die «ol norska». Es erstaunte deshalb nicht, dass in diesem Klub das Projekt eines Elite-Teams «Raskt Tog Team» (Schnellzug auf Norwegisch) so schnell volle Fahrt aufnahm und richtiggehend eine riesige Schneise in den Wald riss.

Während des ganzen letzten Winters hat der Zug verschiedene Zwischenhalte angesteuert, sei es an gemeinsamen Trainings bei Schnee und Kälte, für Taktikbesprechungen oder einfach nur zum «Bräteln», gemeinsam Essen und Witze machen, all das hat viel «Chitt» (Zusammenhalt), Zitat B. Haldemann, gegeben und nicht zuletzt hat insbesondere der unermüdliche Einsatz unserer Coaches und Sponsoren, die keinen Aufwand scheuten, für uns die bestmöglichen Bedingungen zu schaffen, dazu beigetragen, dass unser Schnellzug mit der perfekten Vorbereitung Richtung Finnland an die Jukola «düste». So standen wir an der Startlinie und wussten, dass das ganze Team hinter uns steht und wir bestmöglich vorbereitet waren.

 Teamfoto by Remo Ubezio Teamfoto by Remo Ubezio
Remo Ubezio

Am Samstag Nachmittag um Punkt 14:00 «ratterte» der Schnellzug über die Startlinie der Jukola-Frauenstaffel und nahm Strecke für Strecke mehr Fahrt auf, die Kontrolleure kamen kaum nach beim Kontrollieren der Postennummern und in der Kommentatoren Box war der «ol norska» Schnellzug stets das Gesprächsthema Nr.1. Genauso haben wir es uns vorgestellt, wir wollten im Gespräch sein, indem wir im finnischen Wald die Postenhaltestellen kontrolliert und bewusst ansteuerten, ohne dabei die Nerven zu verlieren. Windschattenfahren war erlaubt, aber nur solange wie nötig und immer aktiv. So «raste» unser Zug dem Ziel entgegen und drosselte erst auf der Zielgeraden das Tempo, für den schönsten Zieleinlauf, den ich je erlebt habe;-)…

Jukola Staffelteam: v.l. Silje, Sabe, Sime und Säru Jukola Staffelteam: v.l. Silje, Sabe, Sime und Säru

Der 2. Platz mit der «ol norska» ist einfach eine unglaubliche Geschichte und es fällt mir nach diesem Wochenende gar nicht so leicht zurück in den Trainingsalltag zu finden, stets schweifen meine Gedanken zurück in diesen wahr gewordenen Traum eines Podestplatzes mit meinem Schweizer Klub an der Jukola. Ich verneige mich an dieser Stelle auch vor unserem «Staff», das schon fast Übermenschliches geleistet hat und natürlich gilt der Dank auf meinen Teamkolleginnen und -kollegen für das gegenseitige Herausfordern, Fördern und Unterstützen. Ich freue mich auf weitere Reisen und unvergessliche Momente im Schnellzug!


Zum Schluss noch eine Zusammenfassung der letzten Monate. Meine Homepage konnte den vielen Ereignissen nicht mehr folgen…

Im Frühjahr pendelte ich zwischen Spanien, Italien, Estland, Norwegen, Schweden, Finnland und der Schweiz hin und her, um all die Wettkämpfe und Trainingslager zu bestreiten und mittendrin auch noch zu zügeln. Wer also im Koffer ein- und auspacken Tipps und Tricks braucht, wäre bei mir an der richtigen Adresse;-)…

Trainingslager in Spanien mit erfolgreichen Trainingswettkämpfen am Lorca-O-Meeting.
Lorca-O-Meeint Sprint Lorca-O-Meeint Sprint

Der 2. Platz an der MOC (Mediterranen Orienteering Championship) in der Wärme von Italien war ein schöner Saisonauftakt und gab mir viel Auftrieb für die weiteren Wettkämpfe.
Die Rennen rund um die weltberühmte Stadt Pompeji waren sehr speziell.
MOC Podest MOC Podest

Im Trainingslager in Estland kämpften wir gegen Schnee und Kälte, doch das hielt uns nicht vom Training in den abwechslungsreichen Wäldern ab.
Training in Estland Training in Estland

Kurzer Besuch in Halden und Vorbereitung auf den schwedischen Staffelevent Tiomila mit einem soliden 8. Schlussrang.
Tiomila Team mit den Halden SK Frauen Tiomila Team mit den Halden SK Frauen

Der nächste Abstecher in die Schweiz war verbunden mit Zügeln nach Kirchenthurnen im Gürbetal. Anschliessend machte ich mich bereits wieder auf den Weg Richtung Osten an die WM-Selektionsläufe. Nach erfolgreicher WM Selektion (Einsätze in: Sprintstaffel, Long, Mittel und Staffel), standen mit dem Weltcup in Finnland die ersten internationalen Wettkämpfe an.
Der 2. Platz in der Sprintstaffel mit dem WM-Sprintstaffelteam war ein perfekter Auftakt zu drei weiteren Topresultaten. Beim 5. Platz im Sprint war das Podest in Griffnähe, es fehlten lediglich vier Sekunden. Der 4. Rang im Mittel und der 5. Rang im Jagdstart rundeten die konstante Leistung ab.
Weltcup Langdistanz Weltcup Langdistanz


Ein weiteres Mal stattete ich der Schweiz und unserer neuen Wohnung einen kurzen Besuch ab, um ein paar Regale mehr aufzuhängen, Zügelkisten auszupacken und Energie für das anstehende WM-Trainingslager in Estland zu tanken. Direkt von diesem Trainingslager ging die Reise dann an die Jukola und anschliessend mit den vielen tollen Erinnerungen zurück in die Schweiz. Immer noch stehen einige Kisten in der Wohnung herum, doch nun konzentriere ich mich auf die Sprint-SM am kommenden Samstag und dann geht es bereits an die WM nach Estland.

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