Ready to Rock the Rocks an der WM in Schweden

Nach der Selektion für die WM verbrachte ich drei Wochen in der frischen engadiner Bergluft. Kurz danach folgte das letzte Trainingslager rings um das WM-Gelände in Strömstad und nun endlich geht es los...

Die Olympischen Spiele sind ohne Zweifel ein Highlight zum Zuschauen, besonders wenn die schweizer Delegation erfolgreich ist. Zusehen ist motivierend und der Enthusiasmus und die Begeisterung der Sportler sind ansteckend, so dass ich es je länger es dauerte immer weniger erwarten konnte nun auch endlich selbst zum Einsatz zu kommen.
Morgen Samstag beginnt die Weltmeisterschaft mit dem Sprint im schwedische Strömstad, mein erster Einsatz wird allerdings erst am Dienstag 23. August über die Mitteldistanz sein, so habe ich noch Zeit um die Olympischen Spiele fertig zu schauen und meine TeamkollegenInnen beim Sprint und der Sprintstaffel anzufeuern.

Für einmal lief mein Vorbereitung ohne Pannen, Verletzungen oder Erkältungen. So konnte ich nach den Selektionen drei Trainingswochen im Engadin verbringen, wobei ich in der ersten Woche die Junioren bei ihrer Heim-WM in Scuol (Unterengadin) anfeuern, aber auch selber Trainings absolvieren konnte. Zudem habe ich erfahren wie sich ein Wintereinbruch im Sommer anfühlt. Als wir nach einem gemütlichen Sauna Abend im Bogn Engiadina in unserer Unterkunft auf dem Flüelapass zurückkehren wollten, staunten wir nicht schlecht als der Regen pötzlich in ein dichtes Schneegestöber mit schweren Flocken überging. Die Stasse war wie «Schmierseife» und mit unseren Sommerpneus (die Schneeketten lagen Zuhause) kam unser schweres Auto bald an sein Limit.

Schneebedeckte Strasse auf dem Flüelapass im Juli 2016! Schneebedeckte Strasse auf dem Flüelapass im Juli 2016!

Mit etwas Glück erreichten wir doch noch knapp die Passhöhe. Doch der Bremsweg betrug mindestens 150 m, so dass wir auf die Gegenfahrbahn schlitterten um nicht die vor uns fahrenden Autos zu rammen.
Passend zur Wintersaison wurde uns im Flüela Hospiz zum Nachtessen ein Käsefondue serviert, während draussen das Schneegestöber weiter ging und sich die Schneepflug Männer alle Mühe machten, die Strasse Schneefrei zu bekommen. Doch um 22 Uhr wurde der Pass dann doch ganz gesperrt.

20 cm Neuschnee vor dem Flüela Hospiz 20 cm Neuschnee vor dem Flüela Hospiz


Die zweite Woche stand dann im Zeichen der Swiss-O-Week (swiss-o-week.ch), dem schweizer 6-Tage OL der alle paar Jahre in den schönsten schweizer Geländen organisiert wird. Dieses Jahr wurden wieder mehrere neue OL-Gelände kartiert und es war ein Genuss auf diesen Karten zu laufen. Ich absolvierte alle Läufe, bis auf den der wegen Gewitter abgebrochen werden musste. Das war sicher der richtige Entscheid, denn man konnte im offenen Wettkampfgelände kaum einen Meter weit sehen.

Gestalten im Nebel der 5. Etappe (Furtschellas) Gestalten im Nebel der 5. Etappe (Furtschellas)

Am Ende der Woche stand ich in der Gesamtwertung ganz zuoberst und konnte zum ersten Mal den Gesamtsieg feiern, ein schöner Abschluss dieser supertollen OL-Woche.
Neben den Wettkämfen wollte ich aber vor allem trainieren und so fuhr ich am Ruhetag (Tag ohne OL-Wettkampf) mit dem Rennvelo meine ersten «richtigen» Alpenpässe, Julier und Albula. Nach dem Aufstieg freute ich mich jeweils über eine rasannte Abfahrt, was auf dem Rennvelo immer ein tolles Vergnügen ist;-)...

v.l. Rolf Wermelinger, Sabe und Michael Eglin v.l. Rolf Wermelinger, Sabe und Michael Eglin

Die letzte Woche stand dann mehr im Zeichen von physisch harten Trainings ohne Karte und so kam es, dass uns wärend einem Intervalltraining in St.Moritz sogar Christian Gross anfeuert;-) Danke!

St. Moritzersee mit schöner Abend Stimmung St. Moritzersee mit schöner Abend Stimmung

Der letzte OL-Feinschliff erfolgte im WM-Trainingslager anfangs August in Strömstad. Ein letztes Mal galt es, möglichst WM-relevante und intensive Wettkampftrainings über die verschiedenen Distanzen zu absolvieren.
Jetzt bin ich mit viel Selbstvertrauen und Vorfreude nach Schweden gereist und habe mir zum Ziel gesetzt mindestens ein WM-Diplom nach Hause zu bringen.

Meine Einsätze:
23. August, Mitteldistanz Tanumshede
25. August, Langdistanz Strömstad East
27. August, evtl. Staffel Strömstad East (ich wurde für den Staffelpool selektioniert, die definitive Teamaufstellung wird erst während der WM bekanntgegeben).
Weitere Infos unter: Veranstalter Webseite, Swiss Orienteering

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